Über die Tour


...und wie alles begann

Ursprünglich waren unsere Reisepläne nicht ganz so kompatibel, aber nach einigen kleineren Zugeständnissen an die Reisewünsche des anderen (aus "Afrika ohne Rad" und "auf dem Rad nach Australien" wurde "Afrika mit dem Fahrrad") haben wir uns trotzdem zusammengetan.

Micha war derjenige, der eigentlich mit dem Fahrrad von Deutschland aus nach Australien radeln wollte und dafür per Internet-Anzeige eine Mitreisende suchte, während Silke nach jemandem Ausschau hielt, um in irgendeiner Form nach Afrika zu reisen. Irgendwie – nur nicht unbedingt per Fahrrad. Nach einigen Mails kam das erste Telefonat. Auf Afrika konnten wir uns schnell einigen, da Micha sowieso via Afrika fahren wollte. Blieb nur noch die Frage des Beförderungsmittels.

Fahrrad? Tandem? Esel?

Silke: "Wenn schon Fahrrad, dann wenigstens ein Tandem. Und ich sitze hinten."
Micha (Schlimmes ahnend): "Hmmmm..."
Silke: "Nee, das ist blöd, wenn wir mal ne Weile getrennte Wege gehen wollen. Es sei denn, wir entwerfen ein Tandem, das man teilen und wieder zusammenbauen kann."

Die Idee des "Zusammen-Dings" war geboren.

Wir entwarfen also eine Konstruktion, die zwei nebeneinander fahrende Räder miteinander verbindet und dadurch einen gemeinsamen, großen Gepäckträger zwischen beiden Rädern ermöglicht ... sowie eine kleine Ruhepause für gaaaanz schlechte Tage, in der einer ein bisschen weniger strampeln muss als der andere. Dass das nicht ganz so praktikabel ist, ging uns recht schnell auf – wie soll man sich mit einem solch starren Gefährt auf afrikanischen Buschpisten nebeneinander bewegen, wenn immer wieder einer von beiden irgendwie im Sand stecken bleibt oder in Schlaglöchern verschwindet? Und wie machen wir Autofahrern auf stärker befahrenen Strecken klar, dass wir nicht ausweichen und hintereinander fahren können? Das waren nicht die einzigen Hindernisse, also wurde eifrig nach Alternativen gesucht.

In den folgenden Tagen und Wochen folgten so einige Varianten der Fortbewegung:

"Lass uns zu Fuß gehen." "Und das Gepäck? Ich will das nicht die ganze Zeit schleppen, das macht mein Rücken nicht mit." "Hmmm, wie wäre es mit einer Art Bollerwagen, den man hinter sich her zieht?" "Auch blöd, dann geht man immer so verdreht." "Man müsste so eine Art Geschirr entwerfen, mit dessen Hilfe man den Gepäckkarren ziehen kann."

Nicht so schlecht – aber wenn man schon einen Gepäckanhänger und ein Geschirr hat, kann man ja auch einen Esel reinspannen. Diese Idee entwickelten wir immer weiter, so dass wir schließlich beim voll ausgestatteten Planwagen ankamen – mit Fahrrädern im Gepäck. Nachforschungen zeigten dann jedoch schnell, dass es leider nicht soooo einfach ist, mit einem Esel von Deutschland nach Südafrika zu reisen: Der Esel bräuchte jede Menge Impfungen und Futter (ein erster Link für Interessierte) - und wir eine Eselsgeduld, um das Tier über Tausende von Kilometern hinter uns herzuzerren.

Und da alles, was mit Motoren zu tun hat, bereits von vornherein als zu schnell, zu laut und zu teuer ausgeschieden war: Willkommen am Anfang.

Fahrrad!

O.k., so ein Fahrrad hat schon eine Menge Vorteile, also gut. Silke ist überzeugt worden (nicht überredet, das wollen wir hier noch mal festhalten) und wird wahrscheinlich die Erste sein, die von hier bis Kapstadt im Stehen radelt, da sie schon nach 3 km nicht mehr sitzen kann... Im Ernst: natürlich freuen wir uns beide darauf, die Strecke weitestgehend aus eigener Kraft zu bewältigen, immer ganz nah an Allem dran zu sein, anhalten zu können, wenn wir es wollen und nicht in einer Blechbüchse zu stecken, sondern Wind und Wetter hautnah zu spüren – auch, wenn uns das nicht immer gefallen wird.

Und wo soll's langgehen?

Wir haben folgende Route geplant:

Von Deutschland...  Flagge Deutschland

Startpunkt der Tour ist Norderstedt bei Hamburg. Nach einem Abstecher nach Lübeck werden wir an der Elbe entlang fahren, durch Dresden und hinein nach Tschechien.

...über Osteuropa...  Flagge Tschechei  Flagge Oesterreich  Flagge Slowakei  Flagge Ukraine  Flagge Moldawien  Flagge Rumaenien  Flagge Bulgarien ...und den Nahen Osten...  Flagge Tuerkei  Flagge Syrien  Flagge Jordanien

Über Prag geht es nach Wien, dann in die Slowakei und über die Karpaten in die Ukraine. Hier wollen wir wieder einem Fluss, dem Dnjestr, folgen, der uns durch Moldawien bis ans Schwarze Meer führen wird. An der Küste entlang geht's durch Rumänien und Bulgarien in die Türkei. Diese durchqueren wir, um über Syrien nach Jordanien zu radeln.

... nach Kairo...  Flagge Aegypten  Flagge Sudan  Flagge Aethiopien

Eine Fähre bringt uns über den Golf von Aqaba nach Ägypten. Quer durch die Sinai-Halbinsel radeln wir weiter nach Kairo und dann für die nächsten 3.000 Kilometer am Nil entlang – immer flussaufwärts hinein in den Sudan. Dort lassen wir die Wüste hinter uns und strampeln ins Hochland (stöhn...) von Äthiopien.

...und dann immer nach Süden!  Flagge Kenia  Flagge Uganda  Flagge Tansania  Flagge Malawi  Flagge Mozambique

Weiter geht's durch Kenia, Uganda, Tansania und Malawi nach Mozambique. Ob wir noch Abstecher in das eine oder andere Land machen werden, wird sich zeigen. Sicher ist aber, dass wir nach Zimbabwe reisen werden, um in Silkes zweitem Zuhause, Montgomery Heights vorzufahren.

Das Kinderheim "Montgomery Heights"  Flagge Zimbabwe

Dort werden wir sicher ein Weilchen bleiben und mithelfen und auch das Land noch ein wenig erkunden. Außerdem hoffen wir, dort einiges an Spenden abliefern zu können (mehr zu unserer Spendenaktion erfahrt Ihr hier).

Ziel: Kapstadt  Flagge Südafrika

Und schließlich geht es weiter nach Südafrika, vermutlich an der Garden Route entlang nach Kapstadt, dem Ziel unserer Tour.

Und dann?

Keine Ahnung!!! Wir haben für diese Reise ca. 2 Jahre eingeplant und dürften somit unterwegs genug Zeit haben, um über unsere weitere Zukunft nachzudenken. Falls wir noch immer miteinander reden, stellt sich die Frage, ob wir gemeinsam nach Deutschland zurückkehren und wenn ja, wie. 2 Jahre hinzuradeln und in 10 Stunden wieder zurückzufliegen, finden wir momentan noch schwer vorstellbar.

Eine Rückfahrt entlang der Westküste Afrikas entlang wäre schon ein Traum... Andererseits warten Asien, Australien & Co. darauf, entdeckt zu werden. Oder nehmen wir einen Bananendampfer nach Südamerika? Vielleicht haben wir auch von dem ganzen Geradel die Nase voll, lassen uns irgendwo nieder und eröffnen ein kleines Hotel für Radler und Rucksackreisende - mit selbstgebackenem Brot, Bretzeln und Labskaus. Who knows???




















Unsere geplante Route
(wer keine Adleraugen hat:
bitte auf die Karte klicken)