Reiseberichte


  Deutschland

Auf die Raeder – fertig – los!
oder: "Weine nicht, wenn der Regen faellt..."
07. Juli – 31. Juli 2007   ||   von Norderstedt zur tschechischen Grenze


07.07.07: Waehrend ausser uns alle Welt ins Standesamt lief oder sich für die Tour de France dopte, machten wir uns ebenfalls auf die Socken. 

Unser Doping beschraenkte sich auf Schokolade und leckere Hausmannskost von den Eltern von Silkes Freundin Anja, und unser Ziel war ebenfalls ein anderes: Bad Oldesloe.

Der erste Radeltag: von Norderstedt nach Bad Oldesloe (36 km)

Puenktlich zum Start schuettete es wie aus Eimern, und wir beluden unsere Fahrraeder im stroemenden Regen – egal, nach Monaten der Vorbereitung wollten wir endlich, endlich los. Ein letzter Blick auf die Karte, und siehe da: die Sonne kam ploetzlich hinter den Wolken hervor, und wir starteten nun doch im Sonnenschein. Zumindest die ersten Kilometer verliefen ohne weitere Zwischen- und Regenfaelle, aber das sollte sich bald aendern. Schon nach kurzer Zeit holten uns die Wolken wieder ein, und waehrend wir auf einem ehemaligen Bahndamm durchs Moor radelten, oeffneten sich die Himmelsschleusen, und uns lief das Wasser geradewegs durch die Unterosen hindurch und unten zu den Hosenbeinen wieder raus. Etwas Gutes hatte das Ganze aber: Wir hatten das Gefuehl, dass es auf den noch vor uns liegenden paar tausend Kilometern nicht mehr schlimmer kommen konnte und wir wussten nun zumindest, dass unsere Radelhosen absolut schnell trocknen. So hatten wir das Vergnuegen, auf der kurzen Strecke drei Mal komplett durchgeweicht und zwei mal zumindest ansatzweise wieder trocken zu werden. 

Bereits nach wenigen Kilometern wurden wir von einem freundlichen Herrn darauf hingewiesen, dass wir in der falschen Richtung unterwegs seien, wenn wir nach Afrika wollten. Wieso das?? Ganz einfach: da uns der direkte Weg doch ein wenig kurz erschien, haben wir noch einige Abstecher eingebaut.

O.k., im Ernst: wir wollten unsere Tour mit einer kleinen Rundreise durch Schleswig-Holstein beginnen, um uns von Silkes Freunden und Familie zu verabschieden.

Da wir erst am fruehen Abend gestartet waren, kamen wir entsprechend spaet bei Anja, Frank und Claas in Bad Oldesloe an – natuerlich im Regen. Nach bester Paparazzi-Art wurden wir zwei patschnassen Pudel mit gezueckter Kamera begruesst. Dann hiess es erst einmal abladen, alles halbwegs trockenlegen, ab unter die Dusche und an den reichlich gedeckten Tisch. Nach einem kurzen Bericht fielen wir todmuede, aber gluecklich, endlich gestartet zu sein, in unsere Schlafsaecke.





08.07.-09.07.07: Bad Oldesloe

Zuerst war mal technischer Dienst angesagt. Micha machte sich daran, die Raeder vom groebsten Dreck zu reinigen und die Ketten zu oelen, die waehrend dieser Wasser- und Schlammkur entsprechend gelitten hatten. Silke legte die Taschen und den Fussboden halbwegs trocken und sortierte mal wieder Sachen aus. Dies war die vorerst letzte Chance, ueberfluessige Dinge loszuwerden, denn am naechsten Tag ging es in ein benachbartes Dorf, wo ihre Sachen in einer Scheune untergestellt sind. Wir schauten dort noch einmal nach dem Rechten, verabschiedeten uns von den eingelagerten Moebeln, und setzten dann unsere Abschiedstournee mit dem Besuch einiger Freunde fort. Am 10.07. ging es schliesslich weiter nach Luebeck, zu Silkes Familie. 



10.07.-13.07.07: Bad Oldesloe – Luebeck (28 km), Aufenthalt in Luebeck 

Tja, man sollte eigentlich meinen, dass es mit einer Radkarte ausgestattet moeglich sein sollte, die paar Kilometer von Bad Oldesloe nach Luebeck zu radeln ohne sich zu verfahren. Nun gut, beim naechsten Mal vielleicht :-). Also, das war so: nach einem ausgiebigen, gemuetlichen Fruehstueck packten wir unsere Sachen zusammen und waren gegen 12 Uhr abreisebereit. Natuerlich hatte der obligatorische Nieselregen bereits beim Beladen der Raeder begonnen, aber das kuemmerte uns wenig. Den Regentest hatten wir ja schon bestanden. Dachten wir.

Puenktlich, als wir unsere Fahrraeder auf den kleinen Kiesweg hinter dem Haus schoben, brach ein Gewitter los. Es blitzte und donnerte im Sekundentakt, so dass wir unter dem Carport Schutz suchten. Ins Haus konnten wir nicht zurueck, da wir den Schluessel bereits bei den Nachbarn abgegeben hatten, und da es wie aus Eimern schuettete, war auch nicht an ein Zurueckholen zu denken. Wir redeten also beruhigend auf die ebenfalls unter dem Carport (allerdings in ihrem trockenen Stall) sitzenden Kaninchen ein und verbrachten die naechste Stunde mit ihnen, bevor wir uns in den Regen und auf unsere Drahtesel begaben.

Schon nach kurzer Zeit fuehrte uns die Radkarte in ein Waldgebiet, in dem es aber offensichtlich mehr Wege als die in der Karte verzeichneten gab. So kam es, dass wir nach 10 zurueckgelegten Kilometern im Wald zu unserem Erstaunen nur etwa 2 Kilometer von der Stelle entfernt, an der wir in den Wald hineingefahren waren, wieder herauskamen. Aehhh...??? Falls sich der ein oder andere nun fragen sollte, ob die zwei es wirklich jemals nach Kapstadt schaffen – wir lernen sicherheitshalber schon mal russisch und chinesisch...

O.k., dann fahren wir halt an der Bundesstrasse weiter. Gesagt, getan. Nach einiger Zeit fuehrt die Strecke dann aber wieder ueber ruhige Nebenstrecken nach Luebeck hinein. Oder besser: fuehrte. Denn die Bruecke, die auf der Karte eingezeichnet war, existiert dank Autobahn-Neubau nicht mehr, und die neue Bruecke befindet sich zwar schon an Ort und Stelle, ist aber noch nicht befahrbar: zwischen Weg und Bruecke ist ein ca. 80 cm hoher Absatz zu ueberwinden, der mit unserem Gepaeck eine betraechtliche Huerde darstellt. 

Nachdem eine Alternativstrecke mitten im Maisfeld endete, suchten wir nach einer anderen Moeglichkeit, ueber die noch nicht befahrene Autobahn zu gelangen und fanden diese schliesslich in einer Baustellenzufahrt. Von dort gelangten wir wieder auf die eigentliche Strecke, die als "optimal fuer Radfahrer geeignet" beschrieben wird. Nun ja, mit Gepaeck sieht es da schon etwas eng aus, aber es war durchaus machbar, und so erreichten wir am Nachmittag Luebeck und das Haus von Silkes Eltern, wo wir die naechsten Tage mit weiteren Abschiedsbesuchen und Vorbereitungen verbrachten.

13.07.-19.07.07 Luebeck – Krummesse (14 km), Aufenthalt in Krummesse

Eingedeckt mit bestem Luebecker Marzipan (mmmmh, wie werden wir das vermissen...), fuhren wir nur ein kleines Stueck am Elbe-Luebeck-Kanal entlang nach Krummesse, wo wir ein paar letzte Tage bei Birgit und Roland und ihren Kindern verbrachten, bevor es nun wirklich so RICHTIG losging: ohne weitere Anlaufstationen und endlich an die Elbe.

19.07.07 Krummesse – Gehrum (56 km)

Wiederum aufs Beste versorgt mit leckeren Wurst- und Kaesebroten, die uns von Birgit fuersorglich geschmiert wurden, lieferten wir uns am Elbe-Luebeck-Kanal ein "Wettrennen" mit einem polnischen Kohlenkahn, den wir immer und immer wieder trafen. Wir radelten in Richtung Lauenburg und stellten uns nun zum ersten Mal der Aufgabe, einen Schlafplatz zu finden. Da es gerade ein paar Tage lang trocken gewesen war, hatten wir reichlich Auswahl an frisch gemaehten Feldern, so dass wir unser Zelt unweit des Ortes Gehrum im Heu aufstellten.

20.07. – 28.07.07 Gehrum – Strehla (472 km)
In den naechsten Tagen folgten wir weitgehend dem Verlauf der Elbe, radelten durch Elbauen, vorbei an alten DDR-Grenzanlagen und Unmengen von Storchennestern. Unterwegs gab es immer eine Menge zu gucken und nicht zuletzt durch den Gegenwind, der teilweise orkanartige Boeen erreichte, wurde es nie langweilig - selbst, wenn der Radweg kilometerweit hinter dem Deich, also quasi auf der falschen Seite entlangfuehrte.

Aber auch sonst gab es reichlich Abwechslung, zum Beispiel diese:
Als Silke sich an einem Waldrand ein stilles Oertchen suchte, schallten ihr aus dem Wald laute Rufe entgegen. Sie dachte erst, dass es sich vielleicht um eine Jagd handeln wuerde und trat relativ zuegig den Rueckweg zur Strasse an, wo Micha mit den Raedern wartete. Ploetzlich kamen zwei ein wenig abgerissen aussehende Gestalten mit ihren Hunden aus dem Wald und fragten, ob wir ne Minute Zeit haetten. Die uns zugedachte Aufgabe war folgende: Micha bekam eine Signalflagge in die Hand gedrueckt und sollte den Verkehr stoppen, waehrend die Beiden ihre Schaefchen ins Trockene sprich auf die andere Strassenseite brachten. Und was zuerst wie ein paar Schafe aussah, entpuppte sich am Ende als ausgewachsene Herde. Wie Ihr sehen koennt, hat Micha das Ganze aber sehr souveraen gemeistert, wie das Bildmaterial belegt – der geborene Schaflotse :-), das eroeffnet natuerlich ganz neue berufliche Perspektiven....

   

Die gute Tat fuer heute war vollbracht, also ging es weiter durch niedliche kleine Doerfchen und historische Staedte wie z.B. Tangermuende, wo wir uns noch einmal mit Silkes Familie trafen. Wir uebernachteten dort auf einem Parkplatz fuer Wohnmobile und unterhielten uns beim Zusammenpacken am Morgen mit sovielen netten Campern, dass wir uns nur schwer wieder loseisen konnten. Nachdem uns das schliesslich gelungen war, radelten wir nur ein kleines Stueck weiter. Es regnete mal wieder, und der Gegenwind raubte einem wirklich den letzten Nerv. Wir steuerten einen Campingplatz bei Bittkau an, wo wir unseren Kocher anwarfen und uns leckere Bratkartoffeln brutzelten. Nebenbei lief die Waschmaschine, und am Abend hatten wir einen Berg trockene, saubere Waesche vor uns liegen, was fuer ein Luxus!!!

   

Morgens beobachteten wir noch ein Weilchen einige Schwalbennester, in denen die Jungen gerade Fruehstueck serviert bekamen, dann ging es weiter – auf zum groessten Schifffahrtskreuz Europas, in der Naehe von Magdeburg!
Wir fuhren ueber die eindrucksvolle Doppelschleuse Hohenwarthe und uebernachteten in der Naehe wie schon so oft auf einem Sportplatz. Sportplaetze haben gleich mehrere Vorteile: sie sind meist etwas ausserhalb gelegen und daher relativ ruhig, der Rasen ist in der Regel frisch gemaeht und jeder weiss, wo sie zu finden sind. So auch in Hohenwarthe, wo uns ein freundlicher Herr den Weg wies. Gut erholt ging es am naechsten Morgen nach Magdeburg, wo wir zum ersten Mal unsere E-Mails checkten und uns auch gleich eine Unterkunft fuer Dresden suchten.

Ueber www.warmshowers.org etc. werden wir ein anderes Mal noch genauer berichten, jetzt nur soviel: man findet dort jede Menge Radler, die einem ihre Heimatstadt zeigen, Reisenden ein Dach ueber dem Kopf anbieten oder sich einfach nur mit anderen Radreisenden auf einen Kaffee treffen moechten. Wir hatten Glueck und fanden Ruth, die sich bereit erklaerte, uns und unseren Fahrraedern fuer 2 Naechte Unterschlupf zu gewaehren. Ausserdem konnten wir dort unsere Waesche waschen, mal wieder duschen und ne Runde quatschen und wurden sogar noch lecker bekocht.

  

Aber bis wir nach Dresden hineinradelten, gab es unterwegs noch eine Menge anzugucken. Wir entwickelten so langsam eine Vorliebe fuer Faehrfahrten, da diese immer eine kleine Pause beinhalteten und ausserdem meistens Gierseilfaehren waren. Dieser Faehrtyp zeichnet sich dadurch aus, dass man das andere Ufer nicht durch Motorkraft erreicht, sondern durch die geschickte Ausnutzung der Stroemung mit Hilfe von verschieden lang gespannten Seilen (weitere Infos z.B. unter  www.rivernet.org/elbe/gierseil/gierhome.htm oder bei Wikipedia).

Aber auch geschichtlich interessantes gab es unterwegs nicht zu knapp: unter anderem die Lutherstadt Wittenberg mit der Schlosskirche, wo Luther seine 95 Thesen an die Tuer schlug.

Mal sehen, an welche Tuer wir unsere Thesen eines Tages nageln werden:

1. Gegenwind ist bloed
2. Brauchst nicht auf den Regen fluchen, der spart dir doch das Dusche suchen
3. Gegenwind ist wirklich doof
4. Hast Du Silke dabei, brauchst Du kein Mueckenschutzmittel
5. Aber wer braucht Gegenwind?
6. Fortsetzung folgt...

Wittenberg hat ausserdem eine wunderschoene Altstadt und auch das Staedtchen Torgau, wo sich russische und amerikanische Truppen im April 1945 zum ersten Mal begegneten, ist einen Besuch wert. Kurz hinter Torgau gerieten wir auf freier Strecke in ein heftiges Gewitter und radelten was das Zeug hielt, um uns unterstellen zu koennen. Wir waren wieder Mal patschnass und fragten uns, wie wir jemals unser Zelt wieder trocken bekommen sollten, denn natuerlich waren wir auch morgens im Regen aufgebrochen. Es klarte jedoch auf und schien ein sonniger Abend zu werden. Fuer ca. eine Stunde, dann kam der Mega-Wolkenbruch. Wir fuhren gerade mitten durch Strehla und konnten uns erst am Ortsende unterstellen. Bis dahin waren wir wirklich bis auf die Unterwaesche durchnaesst und leicht gefrustet, denn es war relativ kalt, und Michas Lenkertasche hatte einen vollen Regenguss abbekommen. 

Fazit: wir suchten uns eine guenstige kleine Pension, die auch um 21.30 Uhr noch nicht ausgebucht und entsprechend eine ziemliche Absteige war. Der super hilfsbereite Besitzer machte den mangelnden Komfort aber wieder wett, und mithilfe des ausgeliehenen Foehns war zwei Stunden spaeter auch das letzte nasse Ausruestungsstueck getrocknet. Wir fielen geschafft ins Bett, denn um 05.30 Uhr war bereits Fruehstueck angesagt, schliesslich wollten wir nicht um Mitternacht in Dresden ankommen.

29.07.07 Strehla – Dresden (69 km)

Frisch gestaerkt machten wir uns gegen 07.00 Uhr wieder auf die Socken und radelten abwechselnd bei Sonne und Regen durch die Weinbaugebiete rund um Meissen, wo wir uns mal wieder unter einer grossen Elbbruecke unterstellten und ein paar Kekse mampften, nach Dresden. Kurz vor der Stadt trafen wir auf Markus und Uta, die uns fragten, ob wir aufblasbare Kanus dabeihaetten. Sie spielten auf die grossen Rollen an, die wir hinten quer ueber unseren Packtaschen liegen haben. Wir verneinten und erklaerten, dass es sich um Zelt, Schlafsaecke, Isomatten und sonstige Ausruestung handele.

 

Die beiden kamen aus Koeln und wir radelten die letzten Kilometern gemeinsam zum Endpunkt ihrer Rundreise an Weser und Elbe. Waehrend die Zwei sich auf die Suche nach einer Unterkunft machten, schlugen wir uns zu Ruth, unserer warmshowers-Gastgeberin durch. Das war leichter gesagt als getan, denn nachdem sich erst einige Baustellen in unseren Weg stellten, war dann auch noch eine unserer Haupt-Orientierungsstrassen umbenannt worden – und natuerlich war es jedes Mal eine Odyssee, auf die Karte zu gucken, wenn diese im Dauerregen nicht total durchweichen sollte.

Aber schliesslich und endlich kamen wir tropfnass bei Ruth an, die uns mit den Worten "Kein Problem, kommt einfach rein, meine Wohnung ist komplett wischmobfreundlich" begruesste. Wir kamen uns vor wie im Radfahrerhimmel, denn wir konnten nicht nur unsere Fahrraeder sicher in ihrem Keller unterstellen sondern auch unser Zelt zum Trocknen aufhaengen, duschen, unsere Waesche waschen und wurden, wie bereits erwaehnt auch noch lecker bekocht.

Da wir beide Dresden schon von vorhergehenden Besuchen kannten, blieben wir nur 2 Naechte und nutzten den Tag dazwischen, um bei Michas ehemaligen Kolleg(inn)en in Bischofswerda vorbeizuschauen und seinen eingelagerten Moebeln einen Besuch abzustatten. Der war noetig, da wir in der Hektik des Packens versehentlich einen Karton mit eingelagert hatten, der eigentlich zum Mitnehmen gedacht war :-). Nachdem wir uns ein paar Kamenzer Wuerstchen einverleibt und das neue Wahrzeichen Bischofswerdas bestaunt hatten (wahrlich atemberaubend...), ging es zurueck nach Dresden, wo wir prompt Uta und Markus trafen und dies mit einem Wiedersehens-Schokoriegel feierten (wir hoffen, Ihr habt den zweiten immer noch, denn wir werden uns ja sicher nochmal treffen...). Wir streiften noch eine Weile durch Dresden, dann fuhren wir „nach Hause“, wo wir gemuetlich mit Ruth quatschten, waehrend unsere Sachen auf der Leine hingen und trockneten.

Das ist nur deshalb so erwaehnenswert, weil es sich nicht nur um unsere frischgewaschenen Klamotten sondern auch um unsere Traveller Schecks, Bargeld, Sprachfuehrer, Landkarten und sonstige Ausruestungsgegenstaende handelte. Eine der Taschen war offensichtlich nicht richtig verschlossen, so dass der gesamte Inhalt feucht war, aber auch das was bei Abreise wieder behoben, so dass wir zum Endspurt in Richtung Tschechien aufbrechen konnten.  

31.07.07 – 01.08.07  Dresden – tschechische Grenze (35 km)

Man soll es kaum glauben, aber als wir aus Dresden abreisten war es trocken, und so radelten wir munter drauflos. Bis zum naechsten Schauer, versteht sich.

Nichtsdestotrotz erreichten wir am Abend Bad Schandau, wo sich die Elbe durch das Elbsandsteingebirge schlaengelt. Wir fanden einen unserer bevorzugten Spiel- und Sportplaetze direkt am Fluss und schlugen unser Zelt direkt hinter dem Fussballtor auf. Am anderen Elbufer sahen die beleuchteten, nach den letzten Hochwasserkatastrophen frisch hergerichteten Haeuschen wie eine Miniatur-Eisenbahnlandschaft aus. In dieser Idylle liess es sich gut aushalten. 

Am naechsten Morgen machten wir noch einen Streifzug durch Krippen, einen Ortsteil von Bad Schandau und bestaunten die wirklich eindrucksvollen Hochwassermarken. Diese befanden sich teilweise in 4 Meter Hoehe, weit ueber unseren Koepfen, und wenn man im Reisefuehrer liest, man solle sich vergewissern, ob die entsprechende Faehre auch faehrt, da die Elbe zu Niedrigwasser neigt, kann man sich nur schwer vorstellen, welche Kraft dieser Fluss entwickeln kann. Nur wenige Kilometer hinter Krippen ist es am 01.08.07 dann endlich soweit: wir stehen an der voellig unspektakulaeren Grenze zur Tschechischen Republik und ueberqueren diese nach einem kleinen Beweisfoto. Aber dazu naechstes Mal mehr :-).

In Krippen fanden wir uebrigens folgenden Spruch an einer Hauswand: 

"Gott schuf die Zeit, doch nicht die Eile."

Darum nicht ungeduldig sein, wenn's bis zum naechsten Bericht wieder ein paar Tage dauert... ;-)

Hier steht mal wieder ein völlig unsinniger Satz, der nur dazu da ist, den Content-Bereich künstlich zu vergrößern, damit die Tabellen alles schön in die Mitte rücken können - so, ich denke, das sollte reichen.