Häufig gestellte Fragen


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... und die Antworten darauf

Seitdem feststeht, dass wir mit den Rädern nach Afrika aufbrechen wollen, kommen von Familie, Freunden und Bekannten jede Menge Fragen zu unserer Tour. Die Häufigsten haben wir mitsamt Antworten einmal zusammengestellt. Und falls Ihr noch weitere Fragen habt - lasst es uns einfach wissen.




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  "Mit dem Fahrrad? Von hier aus?"

Silke und Michael mit den Raedern vor der Weltkugel

Das ist meist die nächste Frage, wenn wir klargestellt haben, dass wir unter "mit dem Fahrrad nach Kapstadt" nicht "ab-in-den-Flieger-und-ein-paar-Tage-durch-Südafrika-fahren" verstehen, sondern eben eine Radtour (das hört sich immer so nach einem gemütlichen Sonntagsausflug an...) von Norddeutschland nach Kapstadt. Es folgt dann häufig die Aufklärung, dass
a) Kapstadt ziemlich weit weg ist,
b) eine Menge Wasser zwischen Europa und Afrika liegt und
c) mittlerweile sogar Flugzeuge dorthin fliegen - vielen Dank an dieser Stelle auch an die diversen Kunden, die mir (Silke), meines Zeichens Reiseverkehrskauffrau, in dieser Hinsicht die Augen geöffnet haben :-).

Was wir genau vorhaben und durch welche Länder unsere Tour führen wird, könnt Ihr unter "über die Tour" nachlesen. In den meisten Fällen kommt danach so etwas wie "Das ist aber mutig" und "Mensch, das finde ich toll.". Und nach einem kurzen Grübeln geht es dann erst richtig los. Die häufigsten Fragen und unsere Versuche, diese zu beantworten, haben wir hier für Euch zusammengestellt. Falls Euch weitere unter den Nägeln brennen, schickt uns einfach eine E-Mail an . Nun aber weiter im Text; es folgt:


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  "Wie lange soll die Tour denn dauern?"

Wir haben erst einmal 2 Jahre eingeplant, bis wir in Kapstadt ankommen. Das kann durchaus schneller oder auch langsamer gehen, aber wer weiß? Vielleicht gefällt es unterwegs irgendwo so gut, dass wir einige Zeit dort bleiben. Wir haben ein grobes Motto, und das lautet: Unsere Reise dauert so lange, wie wir beide Lust dazu haben und die finanziellen Mittel dafür auftreiben können. Unweigerlich stellt sich hierauf die nächste Frage:


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  "Und was macht Ihr mit Eurem Job? Könnt Ihr so lange eine Auszeit nehmen?"

Nein, können wir nicht. Allerdings empfinden wir es nicht als beängstigend, sondern eher als befreiend, dass hier kein Job mehr auf uns wartet, da wir so an keinen Rückkehrtermin gebunden sind. Und wer sagt, dass wir nach dieser Tour überhaupt noch in unsere alten Berufe zurück wollen? 


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  "Wie finanziert Ihr das denn? Habt Ihr im Lotto gewonnen?"

Silke und Michael schwimmen im Geld

Das ist meist die erste Reaktion, wenn wir erzählen, dass wir gekündigt haben, um auf große Fahrt gehen zu können. Im Lotto haben wir leider nicht gewonnen, aber dafür ein wenig gespart. Wir reisen also erstmal mit einem kleinen Finanzpolster los. Und falls das nicht reicht, werden wir unterwegs versuchen, ein wenig Geld dazuzuverdienen.

Das dürfte zwar nicht einfach werden, da man in den meisten Ländern nicht so ohne Weiteres arbeiten darf, aber wir verlassen uns da einfach mal auf unser Glück. Und vielleicht habt Ihr ja auch den Tipp für uns, wie man in der Türkei oder in Kairo ein paar Euro verdienen kann. Es muss kein Traumjob sein, wir würden auch Schafe hüten oder Klos schrubben, auch wenn wir ja durchaus international einsetzbare Berufe ausüben (Micha ist Betriebswirt hatte zuletzt einen dieser tollen Jobs, deren Bezeichnung nicht wirklich clever übersetzbar ist, nämlich "Financial Analyst", bei Silke ist das einfacher: Reiseverkehrskauffrau, die letzten Jahre im Firmenreisedienst).

Danke!Außerdem werden wir nicht von Luxushotel zu Luxushotel ziehen, sondern überwiegend zelten. Die Kosten werden sich also im Rahmen halten. Die größten Kostenblöcke werden Visa und Versicherungen sein, dazu kommen ein paar Eintrittsgelder und die Ausgaben für Reparaturen (hoffentlich nicht allzu viele) und Verpflegung - das sollte machbar sein. Und so ganz nebenbei versuchen wir auch noch, möglichst viele Spendengelder für ein Kinderheim in Zimbabwe (Montgomery Heights, Silkes zweites Zuhause) aufzutreiben. Die wollen wir dann direkt vor Ort in Silkes afrikanischer "Familie" abliefern. Wie auch Ihr spenden könnt, erfahrt Ihr hier. Und glaubt uns, es ist ein tolles Gefühl, etwas Gutes zu tun - und die Kinder und ihre Betreuer sind mehr als dankbar für wirklich jeden Cent.


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  "Zelten? Gibt es denn da überall Campingplätze?"

Nein. Aber wir haben sowieso vor, größtenteils wild zu campen und nur ab und zu mal die Annehmlichkeiten eines Guesthouses oder eines "zivilisierten" Campingplatzes zu nutzen (zum Duschen, Wäsche waschen und Laden unserer Akkus oder als Unterschlupf bei 2 Wochen Regen).

Essen fassen! Mjam... Guten Appetit!


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  "Braucht man da nicht eine Menge Gepäck? Wie wollt Ihr denn das alles transportieren?"

Klar, Silke würde am Liebsten nicht nur eine ganze Bibliothek mitnehmen, auch sonst gibt es durchaus genug Gerödel, das man mit sich herumschleppen kann. Von einer voll ausgestatteten Apotheke über den kompletten Kleiderschrank bis hin zu solchen Grundnahrungsmitteln wie Nudeln und Gummibärchen. Aber erstens könnten wir das sowieso nicht alles transportieren, und zweitens wollen wir das auch gar nicht. 

Soll das wirklich alles mit?

Bisher hat sich noch auf jeder kurzen oder längeren Reise herausgestellt, dass man mit viel zu viel Gepäck unterwegs ist. Das Meiste ist einfach überflüssig, und (fast) alles andere kann man auch unterwegs kaufen - in den meisten Gebieten, durch die wir reisen werden, leben schließlich auch Menschen, die sich von irgendetwas ernähren. Und die sich ab und an waschen, die Zähne putzen und irgendwelche Klamotten am Leib tragen.

Und: nein, wir werden keinen Anhänger hinter uns her ziehen. Das ist weder sonderlich praktikabel (in Österreich mag das noch funktionieren, aber während der Rushhour in Kairo oder zur Regenzeit in Tansania dürfte es schon schwieriger werden) noch nötig. Schließlich gibt es durchaus auch Radler, die diese oder ähnliche Strecken allein gefahren sind, und wir können solche Dinge wie Zelt und Kocher immerhin auf 2 Fahrräder aufteilen; das sollte also machbar sein.

Klamottentechnisch braucht man auch nicht mehr als für eine 3-wöchige Tour durch's sommerliche Schleswig-Holstein, sprich: Zwiebelschalenprinzip plus Regenschutz, und die restliche Grundausstattung bleibt immer mehr oder weniger die Gleiche. Verbrauchsartikel werden entweder nachgekauft oder auch Mal von zu Hause geschickt (z.B. schwierig zu bekommende/transportierende Ersatzteile, Schokolade).


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  "Gibt's da nicht Löwen, Schlangen, Spinnen, Skorpione, ...?"

Doch, doch, an jeder Ecke. O.k., im Ernst: dass wir einem Löwen in freier Wildbahn begegnen, ist schon mehr als unwahrscheinlich, zumindest am Tag. Und falls uns nachts einer aufspüren sollte, dann kann er mit einem Zelt nicht viel anfangen - es riecht zwar verführerisch, entspricht aber ansonsten so gar nicht seinen Vorstellungen von einer leckeren Zwischenmahlzeit (Silke hat schon in einem Nationalpark in Botswana wachgelegen und sich kaum getraut zu atmen, weil eindeutig gerade ein Löwe am Zelt vorbei(!)ging. Ein wenig Schnüffeln, und das war`s...).

Wir gehen davon aus, dass es auch in den Reiseführern nicht nur deshalb keine anders lautenden Berichte gibt, weil alle Schreiber aufgefressen wurden. Selbstverständlich werden wir in den gefährlichen Gegenden immer brav im geschlossenen Zelt schlafen, uns nachts nicht draußen herumtreiben, unsere Schuhe morgens umdrehen und ausschütteln, bevor wir sie anziehen (beliebtes Versteck für Spinnen und Skorpione), keine Steine wegnehmen oder bewegen ohne vorher sichergestellt zu haben, dass sie schlangenfrei sind, niemals barfuß laufen, im Busch lange Hosen tragen, immer fest auftreten (bis auf die Puffotter flüchten alle Schlangen, sobald sie die Erschütterungen spüren) usw., usf...

Mit diesen und ein paar anderen Vorsichtsmaßnahmen ist die Chance, ungefressen/ungebissen/ungestochen anzukommen, relativ hoch :-). Und: nein, wir haben beide keine panische Angst vor Spinnen, Schlangen usw. - ein gesunder Respekt ist aber durchaus vorhanden, und das ist wohl auch gut so.


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  "Habt Ihr keine Angst vor Überfällen und Diebstählen?"

Hände hoch!

Nicht mehr als nötig. Wir werden ganz bestimmt nicht völlig blauäugig und sorglos durch die Gegend radeln, aber wir werden uns auch nicht bis an die Zähne bewaffnen. Ein paar Mini-Signalraketen und Pfefferspray haben wir im Gepäck, und ansonsten versuchen wir einfach, uns nicht in Gefahr zu begeben.

Wir werden regelmäßig die Nachrichten (über Zeitungen, Internet, Einheimische, andere Reisende) verfolgen und mögliche Krisengebiete meiden. Und dass man nicht mit Klunkern behängt durch die Gegend laufen sollte oder andere Dinge, die offensichtlich Begehrlichkeiten wecken könnten, offen zur Schau stellt, versteht sich von selbst.


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  "Was macht Ihr, wenn Ihr krank werdet?"

Zum Arzt gehen. Klingt banal, gelle?!? Das kommt natürlich auf die Krankheit an. Sollte uns mal eine gewöhnliche Erkältung oder ähnliches zu schaffen machen, pausieren wir halt, bis es wieder geht - es hetzt uns ja keiner, und diese Erkältungs-, Durchfall-, Vor-lauter-Schmerzen-nicht-mehr-auf-dem-Sattel-sitzen-können-Tage u.ä. haben wir durchaus mit einkalkuliert.  

Ansonsten haben wir uns gegen alle Krankheiten, die uns unterwegs anspringen könnten und gegen die dies möglich ist, impfen lassen. Wir versuchen, uns halbwegs gesund zu ernähren und auch kleinere Verletzungen immer sofort zu versorgen bzw. auszukurieren. In tropischen Gebieten entzündet sich eine Wunde viel schneller und schon ein aufgekratzter Mückenstich kann einen an der Weiterfahrt hindern, daher haben wir eine gut ausgestattete Reiseapotheke dabei.  

Sollte diese an ihre Grenzen stoßen, werden wir versuchen, einen Arzt aufzutreiben und uns dort behandeln lassen (ja, selbstverständlich haben wir eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen). "Wo es keinen Arzt gibt" ist der Titel eines der Gesundheitsratgeber, die wir dabei haben, "Selbstdiagnose und Behandlung" heißt das andere. Auch, wenn wir beide gern mal ohnmächtig werden, wenn es blutig wird, werden wir mit diesem Doppelpack hoffentlich das Gröbste überstehen. Es geht dabei ja immer nur darum, in irgendeiner Form transportfähig zu werden/bleiben, wenn es mal ganz arg kommt und der Onkel Doktor eben nicht hinter der nächsten Wegbiegung auf uns wartet (neben dem Handy reist auch eine Ärzte-Liste mit, so dass wir immer wissen, wo wir die nächstgelegene, halbwegs zuverlässige Hilfe erwarten können).  

Wir werden oft gefragt, ob wir während der ganzen Zeit, in der wir uns in den entsprechenden Risikogebieten aufhalten, Malaria-Prophylaxe nehmen. Nein, das macht keiner, der dort länger als ein paar Monate lebt. Neben den nicht ganz unerheblichen Kosten würde das dem Körper stärker schaden als eine tatsächlich durchgemachte Malaria. Wir haben "Malarone" als Stand-By-Mittel dabei und werden nicht zögern, diese chemische Keule nötigenfalls auch zu schwingen.


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  "Und wenn Eure Drahtesel mal streiken?"

Reichste mal den Zehner rüber?

Ein gewisses Minimum an Ersatzteilen und Werkzeug haben wir natürlich dabei. Falls es doch mal ganz dicke kommt, verlassen wir uns auf unser Improvisationstalent. Und wenn das nicht ausreicht, suchen wir Hilfe bei den Einheimischen. In den sogenannten Entwicklungsländern ist das Improvisieren ja bekanntlich viel stärker ausgeprägt als bei uns, wo es für jeden nur erdenklichen Reparaturfall Spezialersatzteile, -werkzeuge und -werkstätten gibt.

Sollten wir dennoch mal ein Teil benötigen, das vor Ort weder zu finden noch anderweitig zu ersetzen ist, legen wir eben eine Pause ein und versuchen, uns dieses von zu Hause schicken zu lassen.  


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  "Apropos Post - kann man Euch irgendwie erreichen?"

Handy ginge zwar am schnellsten, aber wir werden es aus Kostengründen nur in Notfällen anschalten. Dafür könnt Ihr uns gern E-Mails schicken - die werden wir je nach Dichte der Internetcafés in kleineren oder größeren Abständen lesen und beantworten.

Daneben gibt es natürlich immer noch die gute alte "Schneckenpost". Der Vorteil liegt auf der Hand: man kann auch mal ein Päckchen schicken, und über einen "echten" Brief freuen wir uns natürlich immer; der Nachteil ist: sie ist langsam und in einigen Ländern recht unzuverlässig. Es besteht die Möglichkeit, uns Post zur jeweiligen Hauptpost einer Stadt zu schicken (falls Ihr das vorhabt, schickt uns einfach eine Mail, damit wir Euch die Details zukommen lassen können, wie das funktioniert).


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  "Und was ist, wenn Ihr in Kapstadt ankommt? Fliegt Ihr dann zurück? Und was macht Ihr, wenn Ihr wiederkommt - ohne Job, ohne Möbel, ohne Wohnung?"

Gute Frage. Wenn alles so läuft, wie wir es uns vorstellen, haben wir ca. 2 Jahre Zeit, uns darüber Gedanken zu machen. Angenommen, wir mögen uns und unsere Fahrräder immer noch, wenn wir in Kapstadt angekommen sind - vielleicht ist bis dahin Frieden in Angola, Kongo usw. eingekehrt und wir wollen unbedingt noch die Westküste von Afrika erradeln. Oder es geht weiter nach Asien. Oder per Bananendampfer nach Südamerika. Oder wir eröffnen eben doch unser kleines Strandhotel in Mozambique, in dem es neben Spätzle mit Soß' und Butterbretzeln auch selbstgebackenes Brot, Labskaus und Maultaschen gibt. Oder Deutschland hat zwei arbeitslose Langzeitreisende mehr. Oder... oder... oder...

Ihr seht - wir können die Frage definitiv zur Zeit für einige nicht zufriedenstellend beantworten. Allerdings ist es für uns momentan schwer vorstellbar, die Strecke in 2 Jahren zu "erfahren" und ein komplett anderes Leben zu führen, nur um dann in einen Flieger zu steigen, der uns innerhalb von wenigen Stunden wieder zurück in eine völlig andere Welt bringt.  

Zum Thema Job: s.o., wir werden schon irgendetwas auftreiben, mit dem wir anfangs über die Runden kommen - sei es Regale im Baumarkt einräumen oder Unkrautjäten beim Gärtner um die Ecke - und notfalls gehen wir doch unter die Buchschreiber :-). Unsere Möbel haben wir eingelagert, und eine Wohnung wird sich finden, zur Not haben wir Unterschlupfangebote unserer Familien und Freunde...

Geschafft!